Wenn ich mich nach Liebe und Beziehung Paarbeziehung sehne, beides aber nicht zu mir kommt, dann hat das immer ein und den selben Grund – ich bin nicht bereit für Liebe und schon gar nicht für die Liebesbeziehung, die ich mir wünsche. Es gibt da noch Ängste und Zweifel in mir, alte Enttäuschungen und schmerzhafte Erfahrungen, die ich zuerst liebevoll annehmen und integrieren darf. Erst wenn ich mich mit optimistischer Gewissheit meines inneren Wertes der Liebe öffne, kann ich sie erfahren.


Die Bereitschaft für Beziehung ist etwas Innerliches, ein Gefühl von:

„Ich bin ein großartiges Wesen und ich bin es wert geliebt zu werden.“

„Ich habe auch Lust meine Liebe in Beziehungen zu teilen und an den Konflikten zu wachsen, die Beziehungen mit sich bringen.“

„Ich bin offen für wundervolle Momente mit einem schönen Menschen, ohne große Ansprüche und Forderungen, weil es mir auch alleine schon gut geht.“

„Ich habe mich ausgiebig vorbereitet, meine Süchte, Probleme und Krankheiten hinter mir gelassen und bin nun absolut bereit für Zweisamkeit.“

„Die wenigen Tage, die mein zukünftiger Partner noch braucht um zu mir zu finden, sind erfüllt mit meiner Freude am Leben, meiner Verbundenheit mit allem was ist.

„Ich bin ich ein Licht der Liebe, welches von all jenen gesehen wird, die auch gerade in der Liebe weilen – und genau einen solchen Menschen möchte ich in mein Leben einladen.“

Kannst du dir vorstellen einsam zu bleiben, wenn du diesen Optimismus ausstrahlst? Wer könnte einem solchen Menschen widerstehen, der sich voll und ganz selbst annimmt und liebt?

Doch was wir stattdessen tun, ist, uns zwanghaft nach einem Partner umzuschauen, zu suchen, und unsere Bedürftigkeit zur Schau zu stellen. Das ist natürlich absolut kontraproduktiv. Wenn wir uns wirklich wieder für eine Beziehung öffnen wollen, dann ist es unabdingbar unsere Ängste, Sorgen und Zweifel loszulassen, damit die Liebe wieder einen Platz in unserem Herzen finden kann. Schließlich wollen wir in unserer Beziehung die Liebe teilen und nicht unsere Probleme und Bedürftigkeiten.

Wenn zwei Wesen zueinander finden, die von ihrem inneren Wert überzeugt sind, die sich also bereits vollständig fühlen, dann kann eine wunderbare, befruchtende Beziehung entstehen. Wenn sich dagegen zwei Bedürftige treffen, dann werden sie sich gegenseitig das Leben schwer machen, bis sie nur noch ein Schatten ihrer selbst sind. Beziehungen können in der Tat die Hölle auf Erden sein, wenn wir uns selbst nicht mögen und die Liebe von einem anderen Menschen bekommen wollen.

Aus der bedürftigen Einsamkeit heraus gibt es keinen Weg in eine liebevolle Beziehung. Aus dem erfüllten All-ein-sein heraus dagegen sehr wohl. Wenn wir uns verbunden fühlen mit unserer Seele, unserer Quelle, mit der allumfassenden Liebe, dann muss sich ein ebenbürtiger Liebespartner einfinden, sofern wir ihn nicht mit diversen widersprüchlichen Ideen von uns weisen, wie zum Beispiel: „Beziehungen gehen sowieso immer schief. Das wird garantiert wieder schmerzhaft enden. Ich finde sowieso niemanden. Was habe ich schon zu bieten! Ich werde wohl den Rest meines Lebens einsam verbringen.“

Die Beziehung die wir anziehen wird immer nur ein Fortsetzung, bzw. Verstärkung von dem sein, was wir bereits sind. Menschen die sich alleine nicht wohl mit sich selbst fühlen, werden das in einer Beziehung verstärkt erleben. Menschen die im Frieden mit sich und der Welt sind, werden auch in ihrer Beziehung Frieden und Freude erleben. Das selbe gilt natürlich auch in allen anderen Lebensbereichen.

Wir sollten uns also gut überlegen, ob wir uns so wie wir gerade sind in eine Beziehung stürzen, oder ob wir lieber vorher noch etwas von unserem emotionalen Ballast loslassen, bevor wir diesen von unserem Partner gespiegelt bekommen. Auch wenn die Selbstliebe und Selbstannahme einige Wochen oder Monate in Anspruch nimmt, sie ist die Zeit wert! Jede Sekunde Selbstliebe wird sich in der folgenden Beziehung hundertfach auszahlen. In dieser Zeit der Vorbereitung sollten wir unser Alleinsein in vollen Zügen genießen und zu unserer inneren Liebe finden. Wenn wir dann tatsächlich Beziehungsbereit sind, wird sich unser Traumpartner, der ein Spiegelbild unseres inneren Glücks ist, ganz natürlich einfinden. Wir werden ihn sofort erkennen und auf einer Ebene der Liebe mit ihm in Resonanz gehen.

Zu dieser Selbstliebe zu finden und damit „Beziehungsbereit“ zu sein ist gar nicht so schwer, denn Liebe ist deine Natur. Alles was du dazu brauchst ist Offenheit, Selbstehrlichkeit und die Anwendung der drei Heilungsschritte:

  1. Der erste Schritt auf dem Weg zur Selbstheilung und damit zu einer heilen Beziehung ist die Erkenntnis, das du dich getrennt, einsam und verletzt fühlst und das du so nicht mehr weitermachen willst.
  2. Der zweite Schritt ist deine Bitte um Hilfe, denn du hast bereits gemerkt, das du mit der Kraft deines kleinen Verstandes nicht wirklich weiterkommst, denn alles was er fabriziert sind Vermeidungsstrategien.
  3. Und der dritte, heilsame Schritt ist ganz einfach, das du die Heilung annimmst, indem du deine falschen Selbstkonzepte mit der Wahrheit ersetzt.

 

Hier sind ein paar Gedanken, die dir vielleicht helfen können:

Ich akzeptiere voll und ganz wo ich gerade stehe und bin im Frieden damit. Ich bin gerade allein und habe keinen Partner der mich liebt, aber das ist gut so, weil ich mich sowieso nicht von anderen Menschen abhängig machen will. Ich will zuerst das Glück in mir selbst finden und dann diese Liebe nach außen tragen. Und ich habe sehr wohl die Kapazität mich selbst zu lieben und mich auch von der großen Liebe lieben zu lassen. Ja, im Grunde bin ich von Liebe umgeben, die ich bisher nicht sehen konnte, weil ich immer nach anderen Menschen geschaut habe. Das ist auch verständlich, denn so wurde ich erzogen und so habe ich es von klein auf erlebt. Aber heißt das etwa, das ich es auch weiterhin so tun muss, wenn es mich nicht glücklich macht? Nein, ich kann aber sehr wohl den Frieden und die Liebe in mir selbst finden, indem ich einfach mal abschalte und all meine Gedanken los lasse. Ich höre jetzt auf mit suchen und schaue mal nach, was da noch da ist, wenn ich keine Gedanken habe. Ich fühle meinen Atem, wie er ein und ausströmt. Ein und aus…ein und aus…ich versuche denjenigen zu finden, der immer auf der Suche nach Liebe ist. Wo ist er denn? Wer will überhaupt die ganze Zeit einen Partner haben? Ich? Und wo ist dieses ich? Ich versuche es zu finden und muss feststellen, das da niemand ist. Das einzige was ich sehe ist Stille und Leere. Und ich beginne mich gerade zu fragen, wo ich überhaupt bin! Und wer ich bin! Sollte ich das nicht vorher herausfinden, bevor ich nach noch einem Menschen suche, der vielleicht auch nur das Produkt meiner regen Phantasie ist? Ok, ich schaue also nach innen und lasse dieses Gefühl von Leere dasein. Ich tauche darin eine und fühle wie sich mein ich langsam auflöst. Da ist nur noch Stille und Frieden. Langsam weitet sich dieses Gefühl aus und fühle von innen die Grenzen meines Körpers. Es fühlt sich etwas eng an in mir, aber ich lasse diese Enge dasein. Ich fühle einfach nur meinen Körper von innen. Ich fühle meinen ganzen Körper von innen. Vielleicht wird dieses Gefühle etwas weiter mit der Zeit, vielleicht auch nicht. Das spielt auch keine Rolle, ich fühle es einfach und lass alles so sein wie es ist. Ich brauche gerade gar nichts und ich will auch gar nichts außer dieses Gefühl des leeren Seins zu fühlen und zu spüren wie es sich langsam ausweitet. Ich fühle jetzt ein wenig hinter mich und spüre, das es hinter der Grenze meines Rückens auch noch einen Raum gibt. Auch seitlich von mir, zu beiden Seiten spüre ich einen Raum in den ich mich nun ausdehne…