Egal wie machtvoll Menschen im Außen sein mögen: Ich vertraue auf meine innere Stimme, die mir genau sagt, was wichtig und richtig für mich ist. Ich lasse die Löwen brüllen, die glauben in dieser Welt Macht zu haben. Auch sie werden alt und grau werden und ihre Machtspiele nicht mehr spielen können. Wahre Macht kommt aus der Liebe meines Herzens. Dieser Kraft kann ich vertrauen, denn sie ist verbunden mit meiner Seele, welche genau weiß, was am besten für alle und das große und ganze ist.


Was ist wahre Macht? Ab wann dürfen wir uns erlauben, kraftvoll unsere Worte zu sprechen, ohne das unser Ego sich in den Vordergrund spielt? Wie können wir ein Vorbild für andere sein, ohne sie dabei von ihrer eigenen Kraft abzuhalten? Wie gehen wir am besten mit Eltern, Lehrern und Möchtegern-Meistern um, welche uns mehr geben wollen als wir nehmen können und nicht unserer inneren Führung vertrauen?

Macht, Missbrauch und Leid liegen so eng beisammen, das diese Thema in vielen Menschen große innerliche Aufruhr auslöst. Wir denken vielleicht an Führer wie Hitler (17.000.000Tote), Stalin (23.000.000Tote) und Mao Tse-tung (78.000.000Tote), welche mit ihrer gnadenlosen Führungskraft wirklich viele Menschen getötet haben und wissen wieder genau, warum wir erst einmal sehr misstrauisch gegenüber Führungspersönlichkeiten sind.

Danach kommen Beispiele von Glaubensgemeinschaften wie Scientology, Kirche und Islam, bei denen finanziell, kreuzzugmäßig und frauenrechtlich einiges im argen ist und dann erinnern wir uns natürlich auch an unsere eigene Kindheit, die meist nicht sehr rosig war, was Selbstbestimmung, Vertrauen und Freiheit angeht.

Natürlich gibt es auch positiv herausragende Meister und Führer wie Jesus, Buddha, Ramana Maharshi und Eckhart Tolle, die mit ihrer Liebe und Güte Millionen Menschen inspiriert haben.

Manche dieser Meister, wie Jesus, wurden leider auch dafür berühmt, das man ihre gelebten Weisheiten auf verdrehte Weise in Bibeln schrieb um mit Ideen von Sünde, Hölle, Schuld und Geboten naive Menschen manipulieren zu können.

Gibt es eine perfidere Art Kriege anzuzetteln, als Glaubenskonflikte zu schüren? Und wie könnten solche Konflikte besser geschaffen werden, als mit „Gottes Wort“, welches in Schuld, Angst und Sünde verdreht wurde? Es darf dabei nicht einmal hinterfragt werden, weil es halt Gottes Wort ist und in einem uralten Buch steht, welches unzählige male revidiert und umgeschrieben wurde, damit es dem jeweiligen Machthaber am besten dienen kann.

Ich erwähne diesen Machtmissbrauch deshalb hier, weil aus ihm auch all die verschrobenen Gottesvorstellungen erwachsen sind, die es vielen Menschen unmöglich machen, dem Ruf ihres Herzens zu folgen und sich mit ihren höheren Wesensanteilen und ihrer eigenen Meisterschaft in Liebe zu vereinigen.

Die wahre Essenz großer Meister wie Jesus und Buddha ist natürlich reine Liebe und sie ist immer noch spürbar, weil wir immer Zugang zu den ursprünglichen Bewusstseinsfeldern dieser Lehrer haben. Was aber auf der Verstandesebene mit deren Lehren gemacht wurde ist zum Teil haarsträubend!

Es gibt da diese wunderbare Autobiographie des Schriftstellers „Janosh“, dessen schlimmste Angst als Kind die Angst vor der Hölle war, in der man auf unbegrenzte Zeit qualvoll im Feuer brät, nur weil kindliche Verhaltensweisen von der Kirche zur Sünde erklärt wurden. Für Janosh war diese Angst vor der Sünde und deren höllischen Konsequenzen schlimmer als all die Prügel, die er nebenher noch bekommen hat. Einfach weil er als kleines Kind diesen Unsinn der Erwachsenen glaubte!

Naivität hat zwar große Vorteile, was die Hingabe an das Leben betrifft, sie ist aber auch sehr schmerzhaft, wenn man die Wahrheit nicht mehr von Manipulation durch menschliche Machtgier unterscheiden kann. Nur gut, das mit der Pubertät auch das logische Denken einsetzt. Bei manchen Menschen früher, bei anderen später.

Für mich war Meisterschaft auch zeitlebens ein Reizthema, weil ich schon immer sehr rebellisch war und die Lebensweisheiten meiner Eltern und Lehrer grundsätzlich hinterfragt habe. Einfach weil ich nicht das Gefühl hatte, das die Erwachsenen wirklich glücklich waren und sind.

Und so waren meine großen Meister das Leben selbst, meine Gefühle und Bücher. Bücher haben mir immer die Freiheit gelassen, mein eigenes Urteil zu bilden und in aller Ruhe meine eigenen Erfahrungen in mein Wachstum einfließen zu lassen.

Für das endgültige Loslassen alter Konzepte und das Erwachen meiner eigenen Meisterschaft, brauchte ich dann aber echte Menschen, deren Liebe, Glück und inneren Frieden ich authentisch gespürt habe und wusste, das ich von ihnen etwas lernen kann.

Ja, ich muss zugeben das ich sehr misstrauisch gegenüber allen Lehrer und Meistern war, weil ich in meiner gesamten Kindheit mit absurden Lebenskonzepten unglücklicher Erwachsener bombardiert wurde, die alle wollten, das ich deren Unsinn übernehme und so werde wie sie.

Doch welches Kind will schon so seltsam wie die eigenen Eltern und Lehrer werden? Nun gut, es mag da Ausnahmen geben, aber für mich waren all die Pflichten, die Langeweile auf Arbeit, der harte Kampf ums nackte Überleben und die frustrierten Gespräche beim Abendessen noch nie etwas Erstrebenswertes gewesen.

Ich habe mich lieber an die wenigen wirklich glücklichen Menschen, deren Bücher und an meine eigenen Gefühle gehalten.

Sie sagten mir: „Du bist perfekt und liebenswert, einfach weil du da bist. Folge immer der Stimme deines Herzens und tu nur das, was sich für dich gut anfühlt. Deine Gefühle und deine Intuition, deine Erfahrungen und deine Liebe sind deine wahren Meister!“ Was für eine wunderbare Hilfe!

Klingt das nicht wesentlich besser als die Stimmen mancher Eltern, die da sagen: „Du musst immer schön brav sein und dich anpassen und fleißig mitarbeiten, egal ob es dir Spaß macht oder nicht, damit du später mal so ein wertvoller Staatsbürger wirst wie wir und nicht negativ auffällst.“ Und was sie nicht sagten war „Du wirst dich dabei zwar wie ein nasser Fußabtreter fühlen, aber so ist das Leben nun mal. Schau uns an, wir machen es doch auch und leben noch!“ Für mich war das kein Leben.

Für mich waren meine positiven Gefühle schon immer wichtiger als die überzeugendsten Argumente der Erwachsenen und wenn ich es wirklich schaffte meinen Gefühlen und Inspirationen konsequent zu folgen, bis ans Ende der Welt, wenn es sein musste und das musste es, dann habe ich die Fülle und Lebendigkeit gefühlt die in mir sind.

Gefühle sind die besten Führer, weil sie in Verbindung mit unserer eigenen Meisterschaft und unserer höheren Intelligenz stehen. Es war ein langer Prozess des prüfens und erlebens, bis ich diese Wahrheit wieder annehmen konnte, welche ich als Kind noch intuitiv wusste. Sie war mir auch bei der Auswahl meiner Lehrer und Meister, eine gute Hilfe.

Der Grundkonflikt den wir oft mit Meistern und Lehrern haben, ist der, das wir einerseits wissens- und hilfebedürftig sind und anderseits Angst haben vor Abhängigkeit und Machtmissbrauchs.

Dieses Dilemma beginnt schon mit unserer Geburt. Wir kommen absolut bedürftig und unselbständig auf die Welt und sind die ersten 7 Jahre auf Gedeih und Verderb unseren Eltern ausgeliefert, die all ihre Lebensweisheit und auch all ihren Müll auf uns abladen. Wer danach nicht auf eine Alternativschule geht, hat weitere 10-12 Jahre unter halbwissenden Lehrern zu leiden und dann kommen nochmals 3-5 Jahre Lehre oder Studium, und noch mehr Fachwissen, welches wir in wenigen Wochen wieder vergessen haben.

In all dieser Zeit warten unsere Lehrmeister nicht, bis in uns eine Frage reift, sondern sie stopfen uns mit Wissen voll, bis es uns zu den Ohren wieder heraus quillt. In uns wird nicht die eigene Meisterschaft, das Unterscheidungsvermögen, die eigene Intuition und Genialität gefördert, sondern das Nachplappern veralteter Konzepte.

Ich möchte hier nicht Eltern und Lehrer schlecht machen, denn deren selbstgewählter Job ist hart genug, aber ich glaube das es an der Zeit ist, eine neue Form des freiwilligen Lernens und Arbeitens auf der Welt einzuführen, so das jeder Mensch zu seinen Gefühlen, seiner Intuition und letztendlich zu seiner eigenen Meisterschaft finden kann.

Jeder Mensch hat das Potential ein großartiger Meister zu werden, wenn er nicht im Schatten eines anderen Menschen steht, der allen Raum und alles Recht für sich beansprucht. Das ist einer der vielen positiven Seiten des physischen Todes, denn welcher große Baum, der hundert kleine Bäumchen überschattet, würde freiwillig gehen um denen einen Platz am Licht zu gewähren? Es gibt nur sehr wenige Meister die sich auch zurücknehmen können und sich freuen, wenn ihr Schützling noch größer wird als sie selbst.

Wenn du das Gefühl hast, das du einen wirklichen Meister im Außen brauchst, der dich in kurzer Zeit sehr weit im Leben voranbringt, dann wünsche es dir einfach, oder bitte darum. Diese Methode funktioniert immer. Ich und viele andere Menschen haben innerhalb weniger Wochen ihren wahren Meister gefunden. Manchmal war das ein Mensch, manchmal ein Buch, andere Male vielleicht auch ein Idee, oder ein Lebenskrise.

Hilfe kommt immer von allen Seiten des Universums, sobald wir uns dafür öffnen und unsere engen Konzepte loslassen. Wir müssen uns nicht alles selbst erarbeiten und erkämpfen.

Hier sind einige Fragen die ich mir gerne stelle um zu erkennen, ob ich auf einem bestimmten Gebiet schon ein Meister bin:

  1. Zweifeln andere meine Fähigkeiten an? Dann sind sie ein guter Spiegel für meinen eigenen Zweifel und ich bin bei diesem Thema noch mitten im Lernprozess.
  2. Versuche ich andere von meinen Wahrheiten zu überzeugen? Dann habe ich das Thema noch nicht vollständig in meinem Leben integriert und versuche andere zu belehren, was ein Form des Lernens ist.
  3. Macht es mit absoluten Spaß, meine Fähigkeiten anzuwenden und sind andere Menschen davon begeistert und inspiriert? Dann habe ich die Meisterschaft auf diesem Gebiet erlangt.