Bereitschaft für Liebe ist der erste Schritt in eine Beziehung. Dafür gehört viel Mut und Optimismus, denn Paarbeziehungen sind alles andere als einfach. In einer Liebesbeziehung begegnen sich nicht nur zwei Menschen, die gerne miteinander sein wollen. Es begegnen sich zwei Universen, aus körperlichen Bedürfnissen, unterdrückten Gefühlen, mentalen Konzepten, inneren Kindern, Ego Strategien, karmischen Altlasten und Glaubenssätzen der Eltern. Viele dieser Persönlichkeitsanteile sind unbewusst, werden verdrängt und auf den Partner projiziert.

Noch in der Generation unserer Eltern wurde all das einfach ignoriert und die Paare überlebten mit viel Durchhaltevermögen in ihrer schmerzhaften Beziehung. Da wir heute wirtschaftlich nicht mehr abhängig voneinander sind, gehen Beziehungen schneller auseinander und manche Menschen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, von einem Partner zum nächsten zu springen, ohne sich jemals wirklich einzulassen.

Was Beziehung braucht, ist die absolute Bereitschaft das Herz zu öffnen, sich selbst zu erkennen und sich ehrlich dem anderen zu zeigen. Wenn die Verliebtheits-Phase vorüber ist, begegnen wir in Beziehung auch den ungeliebten Aspekten unseres Unterbewusstseins, die wir bisher lieber nicht sehen wollten und verdrängt haben. Diese inneren Schatten tauchen dann ganz überraschend in unserem Partner auf, den wir fortan genauso ablehnen wie uns selbst. Hier wäre dann eine Innenschau, statt einem Partnerwechsel angebracht.

Bereit für Beziehung zu sein, bedeutet also Qualitäten wie Mut, Hingabe, Selbstliebe, Schamfreiheit, Ehrlichkeit, Kommunikation und Gefühlsoffenheit weitgehend gemeistert zu haben. Es ist auch sehr hilfreich, die Natur der Psyche zu kennen, also ihre Neigung zu Projektion, Polarisierung, Symbiose, Abgrenzung und Angriff zu verstehen.

Wenn wir uns nach Liebe und Begegnung in einer Paarbeziehung sehnen, diese aber nicht im eigenen Leben auftaucht oder sich nach kurzer Zeit wieder verflüchtigt, dann hat das nur einen Grund – wir selbst sind noch nicht wirklich bereit für eine Liebesbeziehung und alles was sie mit sich bringt. Es gibt da noch Ängste und Zweifel, alte Enttäuschungen und schmerzhafte Erinnerungen, die wir zuerst liebevoll annehmen und integrieren dürfen. Erst wenn wir uns mit optimistischer Gewissheit des eigenen inneren Wertes der Liebe öffnen, kann sie sich in Form einer erfüllenden Liebesbeziehung manifestieren.

Die Bereitschaft für Beziehung ist etwas Innerliches, ein Gefühl von:

„Ich bin ein grossartiges Wesen und ich bin es wert geliebt zu werden.“

„Ich kann meinen Fokus auf das Schöne in meinem Gegenüber richten, weil ich meinen eigenen Schatten umarme und ihn nicht mehr auf andere projiziere.“

„Ich habe Lust meine Liebe in Beziehung zu teilen und an den Konflikten zu wachsen, die Beziehungen mit sich bringen.“

„Ich bin offen für wundervolle Momente mit einem schönen Menschen, ohne grosse Ansprüche und Forderungen, weil es mir auch alleine schon gut geht.“

„Ich habe mich ausgiebig vorbereitet, meine Süchte, Probleme und Krankheiten weitgehend hinter mir gelassen und bin nun bereit für Zweisamkeit.“

„Die Zeit, die mein zukünftiger Partner noch braucht um zu mir zu finden, sind erfüllt mit meiner Freude am Leben, meiner Verbundenheit mit allem was ist.”

„Ich bin ich ein Licht der Liebe, welches von all jenen gesehen wird, die auch gerade in der Liebe weilen – und genau einen solchen Menschen möchte ich in mein Leben einladen.“

Niemand wird lange alleine bleiben, wenn er einen solchen Optimismus ausstrahlt. Und niemand kann einem Menschen widerstehen, der sich voll und ganz selbst annimmt und liebt.

Wäre es deshalb nicht sinnvoll, vor einer neuen Beziehung die alte Beziehung zu verarbeiten und sich die eigenen Schatten-Themen anzuschauen, an denen sie gescheitert ist?

Was wir stattdessen tun, ist, uns zwanghaft nach einem neuen Partner umzuschauen, ihn zu suchen und unsere Bedürftigkeit zur Schau zu stellen. Wenn das nicht funktioniert, dann nehmen wir genau den Gegenpol ein und stellen Unabhängigkeit und Überlegenheit zur Schau. Das ist natürlich beides kontraproduktiv.

Wenn wir uns wirklich wieder für eine Beziehung öffnen wollen, dann ist es unabdingbar, unsere Ängste, Sorgen und Zweifel loszulassen, damit die Liebe wieder einen Platz in unserem Herzen finden kann. Schliesslich wollen wir in unserer Beziehung die Liebe teilen und nicht unsere Probleme und Bedürftigkeiten.

Wenn zwei Wesen zueinander finden, die ihren inneren Wert erkannt haben, mit sich selbst und ihren Gefühlen im Frieden sind, dann kann eine wunderbare, befruchtende Beziehung entstehen. Wenn sich dagegen zwei verschlossene Menschen treffen, dann werden sie sich gegenseitig das Leben schwer machen, bis sie nur noch ein Schatten ihrer selbst sind. Beziehungen können in der Tat die Hölle auf Erden sein, wenn wir uns selbst nicht mögen und die Liebe von einem anderen Menschen brauchen.

Aus der bedürftigen Einsamkeit heraus, gibt es keinen Weg in eine liebevolle Beziehung. Aus dem erfüllten All-ein-sein heraus dagegen sehr wohl. Wenn wir uns verbunden fühlen mit unserer Seele, unserer Quelle, mit der allumfassenden Liebe, dann muss sich ein ebenbürtiger Liebespartner einfinden, sofern wir ihn nicht mit depressiven Glaubensmustern von uns weisen, wie zum Beispiel:

„Beziehungen gehen sowieso immer schief. Das wird garantiert wieder schmerzhaft enden. Ich finde sowieso niemanden. Was habe ich schon zu bieten! Ich werde wohl den Rest meines Lebens einsam verbringen.“

Die Beziehung die wir anziehen, wird eine Fortsetzung, bzw. Verstärkung von dem sein, was wir bereits sind. Menschen die sich alleine nicht wohl mit sich selbst fühlen, werden das in einer Beziehung verstärkt erleben. Menschen die im Frieden mit sich und der Welt sind, werden auch in ihrer Beziehung Frieden und Freude erleben. Dasselbe gilt natürlich auch in allen anderen Lebensbereichen.

Wir sollten uns also gut überlegen, ob wir uns so, wie wir gerade sind, in eine Beziehung stürzen, oder ob wir lieber vorher noch etwas von unserem emotionalen Ballast loslassen, bevor wir diesen von unserem Partner gespiegelt bekommen. Auch wenn diese Selbstliebe und Selbstannahme einige Wochen oder Monate in Anspruch nimmt, sie ist die Zeit wert!

Jede Sekunde Selbstliebe wird sich in der folgenden Beziehung hundertfach auszahlen. In dieser Zeit der Vorbereitung können wir unser Alleinsein in vollen Zügen geniessen und zu unserer inneren Liebe finden. Wenn wir dann tatsächlich beziehungsbereit sind, wird sich unser Traumpartner, der ein Spiegelbild unseres inneren Glücks ist, ganz natürlich einfinden. Wir werden ihn sofort erkennen und auf einer Ebene der Liebe mit ihm in Resonanz gehen.

MEDITATION IN DIE BEREITSCHAFT FÜR LIEBE

Zur Selbstliebe zu finden und damit „beziehungsbereit“ zu sein, ist gar nicht so schwer, denn Liebe ist deine wahre Natur. Alles was du dazu brauchst ist Offenheit, Selbstehrlichkeit und die Anwendung der drei Heilungsschritte:

Der erste Schritt auf dem Weg zur Selbstheilung und damit zu einer heilen Beziehung, ist, deine Gefühle anzunehmen, so wie sie sind. Auch wenn du dich getrennt, einsam und verletzt fühlst ist das völlig ok und menschlich.

Der zweite Schritt ist deine Bitte um Hilfe, denn du hast bereits gemerkt, das du mit der Kraft deines kleinen Verstandes nicht wirklich weiterkommst. Alles was er fabriziert sind Angriffs- und Vermeidungsstrategien. Wenn du deine Seele und das heilige Feld der Liebe um Hilfe bittest, wirst du sofort deine eigene Schönheit erkennen und dein Traumpartner wird dich auf dieser Ebene finden.

Der dritte Schritt bedeutet, das du die Heilung annimmst, indem du deine falschen Selbstkonzepte mit der Wahrheit ersetzt. In Wirklichkeit bist du grossartig und nicht nutzlos. Du bist schön, auch wenn andere das gerade nicht sehen können. Du bist wundervoll, weil du ein göttliches Wesen bist, welche eine kurze Reise auf Erden unternimmt, um das Wunder der Liebe unter den Erdlingen zu verteilen.

WERDE NUN INNERLICH STILL UND SAGE DIR:

Ich akzeptiere voll und ganz wo ich gerade stehe und bin im Frieden damit. Ich bin vielleicht gerade alleine und habe keinen Partner der mich liebt, aber das ist gut so, weil ich mich sowieso nicht von anderen Menschen abhängig machen will. Ich will zuerst das Glück in mir selbst finden und dann diese Liebe nach aussen tragen. Und ich habe sehr wohl die Kapazität mich selbst zu lieben und mich auch von der grossen Liebe leiten zu lassen.

Ja, im Grunde bin ich von der Liebe umgeben, die ich bisher nicht sehen konnte, weil ich immer nach anderen Menschen geschaut habe. Das ist auch verständlich, denn so wurde ich erzogen und so habe ich es von klein auf erlebt. Aber heisst das, dass ich es auch weiterhin so tun muss, wenn es mich nicht glücklich macht?

Genau, ich kann sehr wohl den Frieden und die Liebe in mir selbst finden, indem ich einfach mal abschalte und all meine Gedanken los lasse. Ich höre jetzt auf mit suchen und schaue nach innen. Ich entdecke, wer ich bin, wenn ich keine Gedanken habe.

Ich fühle meinen Atem, wie er ein- und ausströmt. Ich versuche denjenigen zu finden, der immer auf der Suche nach Liebe ist. Wo ist dieses bedürftige Wesen jetzt? Wer will überhaupt die ganze Zeit einen Partner haben? Ich? Und wo ist dieses ich?

Ich versuche es zu finden und muss feststellen, das da niemand ist.

Das einzige was ich sehe, ist Stille und Leere. Und ich beginne mich gerade zu fragen, wo ich überhaupt bin! Und wer ich bin! Sollte ich das nicht vorher herausfinden, bevor ich nach noch einem Menschen suche, der auch ich nicht weiss, wer er ist?

Gut, ich schaue also nach innen und lasse dieses Gefühl von Leere Dasein. Ich tauche darin ein und fühle wie sich mein ich immer weiter auflöst. Da ist nur noch Stille und Frieden. Langsam weitet sich dieses Gefühl aus und ich fühle von innen die Grenzen meines Körpers. Es fühlt sich etwas eng an in mir, aber ich lasse diese Enge Dasein.

Ich fühle einfach nur meinen Körper von innen. Ich fühle meinen ganzen Körper von innen. Vielleicht wird dieses Gefühle etwas weiter mit der Zeit, vielleicht auch nicht. Das spielt auch keine Rolle, ich fühle einfach was ist und lass alles Dasein.

Ich brauche gerade gar nichts und ich will auch gar nichts, ausser dieses Gefühl des leeren Seins zu spüren, welches sich langsam ausweitet. Ich fühle jetzt ein wenig hinter mich und spüre, das es hinter der Grenze meines Rückens auch noch einen Raum gibt. Auch seitlich von mir, rechts und links spüre ich einen Raum, in den ich mich nun ausdehne. Meine vordere Körperseite wird auch immer weiter und füllt die Endlosigkeit vor mir.

Ich werde weiter und weiter und erkenne, das ich nicht wirklich dieser kleine Körper bin, der einen anderen Körper braucht um sich ganz zu fühlen. Ich bin das Bewusstsein, welches diesen Traum des Leben träumt und in jedem Moment neu erschafft.

Ich bin jetzt bereit für alles Schöne und Grossartige, was noch kommen wird. Sei es eine Beziehung, eine Reise, eine Berufung oder das einfache Sein als leuchtende Seele. Ich weiss, dass meine Bereitschaft mir alles gibt, was ich für dieses Leben geplant habe, schon bevor ich in den Erden-Traum eingestiegen bin. Meine Intuition und meine Sehnsucht zeigen mir, was in meinem Leben dran ist. Meine Bereitschaft erlaubt mir alles loszulassen, was dem im Wege steht.

Ich schaue nach innen und frage meine Seele, was in meinem Leben als nächstes dran ist. Was braucht es noch, um dafür bereit zu sein? Wie kann ich mich für die Liebe meines Lebens vorbereiten? Welche Ideen, darf ich loslassen?

Ich danke mir selbst und nehme meine Erkenntnisse in mein Wachbewusstsein mit. In welches ich jetzt zurück gehe.