Vegan zu sein ist einer der wichtigsten Schritte um Leid auf dieser Erde und im eigenen Leben zu beenden. Ich meine mit Leid nicht das natürliche Fressen und gefressen werden, welches unter Tieren ganz natürlich ist. Wenn Tiere sich gegenseitig fressen ist das zwar für das verspeiste Individuum für einen kurzen Moment sehr unangenehm, es hatte aber vorher eine faire Chance zu fliehen, oder sich zu verteidigen. Auch haben diese Tiere vor dem Tod ein artgerechtes Leben gehabt, in dem sie alle Formen körperlicher Freude hatten, ihre Kinder beschützen und großziehen konnten, sich mit der Natur verbunden fühlten und die meiste Zeit in Glück und Frieden waren. Sie hatten genau das Leben, was wir Menschen auch alle wollen, weil wir auch nur eine Tierform sind, die denken gelernt hat.

Doch was heute mit Tieren gemacht wird ist die pure Folter und eine absolute Missachtung des Lebens. Tiere werden in unermesslichen Mengen unter so grauenhaften Bedingungen gehalten, das jede Sekunde ihres Daseins eine pure Qual ist. Es gibt alleine in Europa mehr Hühner in Käfigen und Ställen, als es Vögel in der Natur gibt. Hühner, die normalerweise viele Jahre leben würden und eine gute Chance hätten, ein schönes Leben zu führen, ihre Kinder zu pflegen und vor Feinden zu beschützen, also ihre Bestimmung als Huhn zu erfüllen, werden in winzige Käfige oder viel zu kleine Räume gesperrt und müssen dort unter unwürdigen Bedingungen ihr kurzes Leben fristen. Damit sie in ihrer Wut und Panik sich nicht gegenseitig hacken, wird ihnen schon als Kücken die sensible Schnabelspitze weggebrannt. Die Hälfte der Kücken wird geschreddert oder vergast, weil sie das falsche Geschlecht haben. Ja, der Vergleich zu den Konzentrationslagern liegt Nahe. Nur das Tiere keine Chance auf Befreiung haben und es auch keinen Prozess gegen ihre Schänder geben wird.

Manche Menschen sind leider fähig, völlig ihre Gefühle abzustellen und dann fügen sie anderen Wesen tiefstes Leid zu, manchmal auch ohne Reue, denn sie leiden selbst innerlich so sehr, das sie es gar nicht merken wie verletzend sie sind, oder es ihnen sogar relativ besser geht, wenn andere noch mehr leiden.

Dann gibt es Menschen, die nie selbst töten und quälen würden, aber im Supermarkt dann Hunde- oder Katzenfutter kaufen um ihr geliebtes Haustier mit dem Leid anderer Artgenossen zu füttern. Oder sich selbst.

Und es gibt natürlich die riesige Menge an Menschen, die all das im Hinterkopf haben, es aber verdrängen um trotzdem ihren Gaumen mit gewohntem Geschmack zu befriedigen. Manchmal beginnen sie dann Bio-Milch zu trinken, oder Bio-Fleisch zu essen, weil sie sich etwas gutes tun wollen, vergessen aber dabei, das für jede Milch Kälber geschlachtet werden. Die wenigen überlebenden kleinen Kälbchen können auch nicht die Milch ihrer Mutter trinken, weil wir als erwachsener Mensch der Meinung sind die Muttermilch einer ganz bestimmten Tiergattung trinken zu müssen, die für deren Kinder bestimmt war. Das sind natürlich alles nur angelernte Gewohnheiten. Kein geistig gesunder Erwachsener würde menschliche Muttermilch trinken, oder die Milch seinem Lieblingshund wegnehmen um sie selbst zu trinken. Wir tun es aber in gigantischem Stil mit Kühen. Wenn wir ein süßes Kalb sehen, wollen wir es gerne streicheln und lieb haben, nur um kurz danach wieder Käse und Kalbfleisch zu essen. Das ist menschliche Schizophrenie in ihrer reinsten Form.

Als ich mich vor einiger Zeit in tiefstem emotionalen Schmerz befand, der aber verglichen mit dem Leid der 70 Milliarden jährlich geschändeter Tiere ein Witz war, habe ich mir diese Frage gestellt: Wo in meinem Leben fügte ich anderen Wesen denselben emotionalen Schmerz zu, den ich gerade vom Leben gespiegelt bekomme?

Nachdem mir sofort meine vergangene Beziehung einfiel, in der wir uns gegenseitig im Namen der Polyamorie über Jahre gequält haben, musste ich an die vielen Tiere denken, die wegen mir leiden mussten, als ich noch nicht vegan war. Natürlich habe ich schon ewig kein Fleisch mehr gekauft gehabt, weil es ja offensichtlich ist, das dafür Tiere leiden und sterben müssen. Ich habe aber nachwievor gerne Allgäuer Bergkäse gegessen und mir die Illusion gemacht, das es ja den Kühen gut geht, wenn sie da auf der Weide im schönen Allgäu frei herumlaufen und die Bergluft genießen. Den Moment, wo den Kühen die Kälber weggenommen werden und entweder geschlachtet oder mit Kunstmilch großgezogen werden, habe ich natürlich ausgeblendet. Das hätte mich ja an meine eigene Kindheit erinnert, in der ich nicht gestillt wurde und von einer Kinderfrau aufgezogen wurde, weil meine Mutter arbeiten gegen wollte, wie es in den 70er Jahren der sozialistischen DDR Massenhaltung so üblich war.

Es hat auch bei mir eine halbe Ewigkeit und viel eigenen Schmerz gebraucht um aufzuwachen und aus der Kette des Leides halbwegs auszubrechen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, das wir oft genau das Leid in unserem Leben reproduzieren, das wir selbst erlebt haben.

Ich möchte dich ermutigen mal genau hinzuschauen, wo du in deinem Leben noch Leid verursachst. Du hilfst damit anderen fühlenden Wesen ein natürliches Leben zu führen, so wie du es selbst ja auch willst. Und du ersparst dir auch selbst viel Leid, weil das Leben nun mal die Angewohnheit hat ein Spiegel zu sein. Du wirst alles was du aussendest auch wieder empfangen dürfen. Vielleicht erst Jahre später, aber wenn es dann passiert, dann weißt genau, wen du alles schon verletzt hast.

Ich glaube, das wir Menschen erst dann zu Frieden in unseren persönlichen und globalen Beziehungen finden, wenn wir Frieden aussenden. Frieden auszusenden bedeutet, keine Tierkonzentrationslager zu unterstützen, keinen Kälbern die Muttermilch wegzutrinken, keinen Hühnern die Eier wegzunehmen, keine Tierkinder zu quälen und zu schlachten.

Tiere fühlen mindestens so intensiv, wie wir Menschen. Ich würde sagen, noch viel intensiver, da sie immer im Moment leben und weder Arbeit, noch Fernsehen haben um sich abzulenken und auch keinen Alkohol und keine Zigaretten um ihren Schmerz zu betäuben.

Das einzige Tierprodukt was man vielleicht guten Gewissens essen kann, sind die Eier von den eigenen wenigen Hühnern, denen man ein langes, schönes Hühnerleben schenkt und sie füttert und beschützt. Doch wer hält heute noch eigene Hühner? Oder vielleicht ein wenig Milch von der eigenen Kuh, die man liebt und der man noch genug Milch für ihr Kalb lässt. Doch aus einem halben Liter Milch am Tag lässt sich kein Käse machen. Außerdem: Wer zusammen mit einem Kalb die Milch dessen Mutter trinkt, möchte entweder etwas aus seiner Kindheit nachholen oder ist etwas schräg drauf. Aber das nur am Rande.

Wenn du immer noch unschlüssig bist, ob du lieber deinen eigenen scheinbaren Genuss mit dem Leid zahlloser, feinfühliger Erdenbewohner erkaufen willst, oder lieber deine Angewohnheiten ablegst, dann gibt es noch andere Aspekte, die dir zeigen, das unser aller Leben von einer veganen Lebensweise abhängt.

Der eine Aspekt ist, das durch die Massentierhaltung soviel Co2 erzeugt wird, wie durch alle Verkehrsmittel der Welt zusammen genommen. Wenn wir damit nicht aufhören, wird es bald ziemlich warm, chaotisch und eng auf der Erde.

Der nächste Aspekt ist, das die Futtermittel in den ärmsten Ländern der Welt erzeugt werden. In diesen Ländern verhungern Kinder, weil auf den Feldern im großen Stil Futtermittel für die Massentierhaltung erzeugt werden. Es sterben auch viele Menschen an Durst und Bakterien im Wasser, weil deren Flüsse verschmutzt oder gleich auf die Felder umgeleitet werden.

Auch werden Unmengen an Glyphosat und anderen Chemieprodukten auf die Felder gespritzt auf denen Mais und Getreide für die Massentierhaltung erzeugt werden. Diese gelangen dann ins Meer um die wenigen Fische zu vergiften, die es noch gibt. Diese vergiften dann wiederum dich, falls du noch Fische isst.

Naja, und der Regenwald, den wir alle so lieben, wird auch hauptsächlich abgeholzt um entweder Tiere darauf weiden zu lassen, oder Futtermittel anzubauen.

Auch macht dich Milch und Fleisch sehr direkt krank. Milch ist für Kälber gedacht und enthält viele natürliche Wachstumshomone. Wachstum ist gut, wenn wir klein sind, doch in Erwachsenen führt es zu abnormen Zellwachstum, auch Krebs genannt. Keine Ahnung, ob du das möchtest. Für mich ist das nichts.

Normales Fleisch ist voller Antibiotika, weil die Tiere durch die grauenhafte Haltung sonst sehr frühzeitig sterben würde, wenn sie nicht ständig medikamentiert werden. Mal abgesehen davon, das du das alles mit isst, werden auch resistente Keime herangezüchtet, an denen wir dann sterben, weil kein Antibiotika mehr hilft.

Oft ist Fleisch auch voll von stressbedingtem Adrenalin, weil die Tiere bei der Schlachtung in der Schlange stehen und zuschauen müssen, wie ihre Artgenossen einer nach dem anderen mit Elektroschocks misshandelt und dann mit dem Bolzen in den Kopf getötet werden. Manche Tiere sterben auch nicht richtig sofort und werden dann lebendig gebrüht, oder zersägt. Klar, das haben wir im Mittelalter auch mit Menschen gemacht, aber die Zeiten sollten ja langsam mal vorbei sein. All diese Qual isst du dann direkt mit, das Adrenalin schenkt dir Albträume und Panik Attacken.

Bio Fleisch ist auch nicht besonders gesund, da es meist nur aus Muskelfasern besteht, die zwar Proteine geben, aber sonst keine körperwichtigen Stoffe enthalten. Proteine kann man genausogut aus einer großen Anzahl pflanzlicher Produkte bekommen, ohne dafür Tiere zu missbrauchen und uns selbst das Wasser abzugraben.

Veganismus ist tatsächlich ein muss, wenn wir als Menschheit überleben wollen. Es ist ebenso ein muss, wenn du Schmerz und Leid in dir und deinen Beziehungen beenden willst. Was du sähst, das erntest du. Warum das Leid fühlender Wesen verursachen und aufnehmen, wenn wir ebenso Pflanzensamen sähen und essen können?

Wir Menschen sind leider genauso verkümmert im Herzen, wie wir im Kopf intelligent sind. Wir denken uns viele verschiedene Methoden aus, um diesen Planeten zu vernichten und uns selbst auszulöschen, wollen aber selbst auf keinen Genuss verzichten. Wozu auch. Auf jeden Europäer der kein Tier mehr isst, kommen zehn Inder und Chinesen, die gerade erst so richtig damit anfangen.

Was kannst du also tun?

Natürlich kannst du deinen Beitrag zu einer besseren Welt leisten, indem du vegan wirst und kein Leid-Verursacher mehr bist.

Du kannst auch allen, die du kennst, davon erzählen, bis du keine Freunde mehr hast (keine Sorge es kommen neue, dir besser zu dir passen), in der Hoffnung das vielleicht irgendwann das Kind eines wichtigen Politikers seine Eltern fragt, warum sie nichts gegen das Leid seiner Brüder und Schwestern tun. Wenn der Politiker mächtig und das globale Leid offensichtlich genug ist, dann kann Wandlung geschehen.

Ich glaube das Problem ist heute nur noch global über politische Entscheidungen lösbar, da die Konzerne zu mächtig sind und die Menschen nicht weit genug denken. Das können sie meist nicht, da sie so eingespannt in ihre alltäglichen Abläufe sind, das sie gar keine Zeit für Erkenntnis und Verhaltensänderung haben. Deshalb liegt es an dir und mir, die wir Zeit haben so etwas zu schreiben und zu lesen, um für die anderen mitzudenken und etwas neues vorzuleben, bis sie selbst erkennen und ins Handeln kommen.

Noch zum Abschluss: Ja, Tiere essen war für uns Menschen in der Vergangenheit notwendig, weil sie sich in Klimazonen ausgebreitet haben, in denen sie nicht überleben konnten, ohne zu jagen und zu töten. Heute sollten wir das nicht mehr tun, weil es genügend pflanzliche Alternativen gibt und die Tiere nicht mehr in der Wildnis ein schönes Leben und einen schnellen Tod durch den Jäger haben. Heute werden 99 Prozent aller gegessenen Tiere in Massentierhaltung gequält.

Auch sind wir Menschen von Natur aus keine Fleischfresser und Milchtrinker. Unsere gefiederten und kuscheligen Brüder und Schwestern zu essen und auszubeuten ist nicht im geringsten notwendig, sie ist Lebensverachtend und eine Gefahr für die Umwelt, welche wiederum unser aller Lebensgrundlage ist.

Tu dir selbst, deinen Kindern und uns allen den Gefallen Tiere wirklich zu lieben, indem du sie einfach natürlich leben lässt, ohne dich einzumischen. Leben und leben lassen. Oder wenn du das schon tust, diesen Artikel an Menschen zu schicken, die noch etwas Unterstützung in schriftlicher Form brauchen. Oder noch besser deine eigenen Worte zu finden und zu verbreiten.

Danke ❤