Du hilfst niemandem wirklich, indem du dich aufopferst und verausgabst. Du darfst dir Zeit nehmen für das, was dir Freude bringt und dich in Leidenschaft versetzt. Vielleicht liebst du es allein zu sein, einfach weil es Spaß macht ganz du selbst zu sein. Du stehst zu deinem eigenen Rhythmus und zu deinem eigenen Wesen, auch wenn es in seinem Ausdruck vielleicht anders als das deiner Mitmenschen und deines Partners ist. Nur wenn du dir Zeit für dich selbst nimmst, kannst du zu dir selbst finden und auf deine ganz eigenen Impulse hören und diese in die Welt bringen.

„Ich muss nichts tun!“ Dieser Satz ist für dich wichtig, wenn du in einem Elternhaus, oder in einer Gesellschaft aufgewachsen bist, in der dein innerer Wert mit deiner Nützlichkeit verknüpft war. Wenn dir von kleinauf beigebracht wurde, das Konformität, Arbeit-um-jeden-Preis und Selbstverleugnung wichtiger sind als dein innerer Frieden, dann wirst du dich wahrscheinlich, wie so viele andere Menschen auch, über deine Arbeitskraft definieren.

Diese Selbstdefinition ist in unserer westlichen Gesellschaft sogar so sehr verbreitet, das wir gar nicht mehr bemerken wie lebensfremd und absurd sie ist! Kein Tier und keine Pflanze bestimmt ihren Selbstwert über die Arbeit und die Leistung die es erbringt. Das machen nur wir Menschen. Warum? Weil wir als Kind gelernt haben, das wir von Eltern und Lehrern umso mehr geliebt und geachtet werden, desto mehr wir tun.

Die Bedingungen für den menschlichen Liebeserwerb sind in verschiedenen Kulturen übrigens ganz unterschiedlich. In manchen Kulturen muss Mann oder Frau sich beschneiden lassen, um zu Gruppe dazu zu gehören. In anderen Kulturen müssen sich die Frauen verschleiern um sozial akzeptiert zu werden. In den meisten Kulturen ist es von Vorteil gut auszusehen, wobei „gut Aussehen“ auch mit der Mode variiert. In unserer eigenen Kultur werden wir besonders geschätzt, wenn wir gute Leistungen erbringen in Schule, auf Arbeit, in der Familie und manchmal sogar noch im Bett.

Als Kind ist es vielleicht noch aufregend, wenn man weiß, das es für gute Leistungen Lob und Liebe gibt. Doch mit den Jahren wird dieses Streben nach Anerkennung langweilig und jeder selbstehrliche Mensch fragt sich irgendwann: Wozu arbeite ich eigentlich soviel? Warum muss ich ständig etwas tun und kann gar nicht mehr wirklich abschalten? Wieso brauche ich ständig die Anerkennung von anderen um mich richtig und wichtig zu fühlen? Wieso bin ich mir nicht selbst genug?

Wenn dich diese Fragen bewegen und der Ausstieg aus der Tretmühle sinnvoll erscheint, wenn du dich erschöpft und ausgebrannt fühlst, dann ist es vielleicht an der Zeit eine neue Einstellung anzunehmen, die da heißt: Ich muss nichts tun!

Was bedeutet dieser Satz? Müssen wir dafür unseren Job aufgeben? Ist es etwa besser sich gehen zu lassen und auf Kosten anderer zu leben? Oder sich in eine Höhle zurückzuziehen um sich ganz von der Welt abzuschotten? Keineswegs!

„Ich muss nichts tun“ bedeutet sich von inneren und äußeren Zwängen loszusagen und das Tun aus liebevollen Impulsen entstehen zu lassen und nicht aus der Angst vor der inneren Leere.

Wie können wir die liebevollen Impulse von dem ängstlichen, zwanghaftem Tun unterscheiden?

Ganz einfach: Wenn unser Tun aus der inneren Fülle unserer kreativen Lebendigkeit entspringt, fühlt es sich leicht, freudig, enthusiastisch und absolut richtig an. Dann sind wir nicht wütend auf andere die nichts tun, ja es macht uns nicht einmal etwas aus, wenn andere von unserer Schaffenskraft profitieren.

Wenn wir dagegen arbeiten um von Eltern, Freunden und Kollegen anerkannt zu werden, oder um Geld nach Hause zu bringen, oder um uns wichtig zu fühlen, oder um dem Gruppenzwang zu entsprechen, dann wird die Arbeit anstrengend sein, wir werden uns nach dem Arbeitsende sehnen und wir werden argwöhnisch auf andere schauen, die nicht soviel tun wie wir.

Wenn du dich also beschwingt und beflügelt mit deiner Arbeit fühlst, dann ist alles bestens und du kannst an dieser Stelle abbrechen und dich wieder deinem kreativen Schaffen oder Nichts-tun zuwenden und es genießen.

Wenn Arbeit für dich aber eher anstrengend und zwanghaft ist, wenn du dich permanent genötigt fühlst etwas Wichtiges zu tun und dich nur als halben Menschen wahrnimmst, wenn du mal ein paar Tage, Wochen und Monate gar nichts tust, dann ist es vielleicht an der Zeit dich auf dein wahres Selbst zu besinnen, welches nie etwas tut, welches einfach da ist und voller Liebe auf alles schaut, was auftaucht.

Besinne dich jetzt auf dein wahres Sein, welches nichts tut, sonder einfach nur ist!

Mache dazu eine Pause, lege all deine Projekte, Ideen und Vorhaben zur Seite und entspanne für einen Moment. Entspanne deine Stirn und deine Kopfhaut, deine Augen und deinen Kiefer. Lass dein ganzes Gesicht locker, welches vorher vor Stress und Sorge angespannt war. Nimm für einen Moment auch den Rest deines Körpers war und lass alle Anspannung darin los. Entspanne deinen Nacken, deinen Rücken, dein Gesäß, deine Beine, deine Füße, deine Arme, deine Hände, deine Brust, deinen Bauch, dein Becken. Fühle, wie sich die Entspannung in deinem ganzen Körper ausbreitet. Dein Kopf, deine Arme und Beine, dein gesamter Körper sind jetzt ganz entspannt. Völlig entspannt und locker.

Dein Geist ist still und friedvoll. In diesem leeren Raum wird dir bewusst, das du perfekt bist, genau wie du jetzt bist und das dein Tun dem nichts hinzufügen kann.

Du musst nichts tun. Weder heute noch morgen. Alles was du zum Leben brauchst wird von ganz alleine zu dir kommen, wenn du den Mut hast, deinen liebevollen Impulsen zu folgen. Nichts von dem Alten und Gelernten spielt jetzt eine Rolle. Du wirst in eine neue Matrix des Denkens und Fühlens einsteigen, die auf Freude und Lebendigkeit und Kraft beruht. Das geschieht ganz von selbst, wenn du deine Konditionierungen loslässt und dir bewusst machst, das du bereits großartig, genial, kraftvoll, liebenswert und vollständig bist.

Keine Tat und keine Aktion kann dem was du bist etwas hinzufügen. Es ist deshalb ohne jeden Sinn und Zweck, dich zu einer Handlung zu zwingen, oder dich von anderen zum Tun zwingen zu lassen.

Deine wahrhaftige Größe entspringt deiner inneren Freiheit. Nur in Freiheit kannst du dich mit deinem wahren sein, deinem höheren Selbst verbinden. Nur aus dieser Verbindung heraus kannst du etwas großartiges empfangen und über deine Worte und Taten in diese Welt schenken. Alle großen Menschen haben gegen die Konventionen ihrer Zeit rebelliert und sich mit ihrer inneren Weisheit verbunden, die sie zu genialen, neuen Ideen inspiriert hat.

Und so kannst auch du deine eigene Größe nur dann manifestieren, wenn du entspannst und dich auf deine inneren Werte besinnst.

Du bist bereits ein liebenswerter, schöner und wertvoller Mensch. Einfach weil du da bist. Du bist eine wundervolle Seele, ganz unabhängig davon, was du tust und wieviel du beiträgst. Nichts was du in dieser Welt tust ist wirklich wichtig, weil diese gesamte Welt eine begrenzte Idee ist, ein kleiner Traum der nur für den kurzen Moment deiner Lebensspanne in deinem Bewusstsein auftaucht. Schon bald wird sie wieder vergessen sein, so wie alles vergessen ist, was dir noch vor wenigen Jahren so wichtig war.

Es macht also viel mehr Sinn, wenn du dich auf deine eigene Ewigkeit besinnst, dein grenzenloses Sein, welches immer war, immer sein wird und immer jetzt ist. Fühlst du diese Weite und diese lichte Präsenz? Kannst du dich von ihr tragen und inspirieren lassen? Was willst du in diesem Gewahr-Sein noch tun? Was ist jetzt noch wichtig?

Alles was zu tun bleibt, wenn du völlig in diesem ewigen Moment gewahr bist, ist es auch wert getan zu werden. Und du wirst erstaunt feststellen, das das oft gar nichts ist. Und manchmal wird es auch etwas Wichtiges und Schönes sein, was du in dieser Welt verwirklichen willst. Nicht damit es dauerhaft da ist, oder damit andere dich bewundern, oder damit die Welt gerettet wird, sondern einfach, weil du dich so voller Liebeskraft fühlst, das du diese teilen willst, damit sie sich vermehrt.

Denn alles Schöne was du mit anderen teilst, wird vermehrt, weil es die Wahrheit bekräftigt. In Wirklichkeit ist Fülle, Liebe und Schönheit bereits vollkommen und niemand müsste irgendetwas dazu beitragen. Der einzige Grund für deine kreativen Liebesäußerungen besteht nur darin, das du dir des lebendigen fließens dieser Kraft bewusst wirst und die innere Verkrampfung etwas lockerst.

Wenn der Damm einmal gebrochen ist, dann wird deine Kraft fließen und dann wirst du zum Tun inspiriert sein und dann wird sich dieses Tun so ekstatisch anfühlen, das du auch 20 Stunden am Tag tun kannst, ohne müde zu werden. Wenn du das willst und es sich gut für dich anfühlt.

Bis das geschieht, ist es aber wichtig dir immer wieder bewusst zu werden, das „müssen“ und „sollen“ nicht zum Vokabular deiner Seele gehört. Wenn ein innerer Zwang aufkommt, dann wartest du einfach, bis diese Verkrampfung vorüber gegangen ist. Die Tendenz zum blinden Aktivismus und zum Streben nach Wissen und Macht wurde uns allen über Jahrzehnte antrainiert und einprogrammiert und es kann durchaus einige Wochen, Monate, oder sogar Jahre dauern, bis diese Tendenz sich wieder aufgelöst hat.

Bis zwanghaftes Tun nicht mehr auftaucht, wirst du jeden Tag viele Gelegenheiten haben, deine Tendenz zu hinterfragen und zu schauen, ob deine Impulse aus der Liebe, oder der Angst entspringen. In dieser Zeit werden deine antrainierten Moralvorstellungen von „richtig und falsch“ sich umstrukturieren und so manches mal wird sich dein gesamter Freundeskreis neu sortieren, weil alles in deinem Leben permanent in Resonanz mit deinem Geistesinhalt ist.

Auch dein Gefühl von Verantwortung wird sich ändern. Wenn du mit einem Partner, einer Familie, oder einer Gemeinschaft von Menschen eng zusammen lebst, wirst du täglich mit deren Forderungen und Ansprüchen konfrontiert sein. Dein Verantwortungsgefühl wird dir sagen, das du doch unbedingt etwas tun musst, um die anderen zu ernähren und zu unterstützen. Egal ob es dir dabei gut geht, oder nicht. Du wirst vielleicht mehr arbeiten als du möchtest und als dir gut tut, nur damit du anderen und auch dir selbst den Lebensstandard bieten kannst, den du dir irgendwann einmal gewünscht hast.

Doch ist materieller Luxus wirklich sinnvoll, wenn du dich bei deiner Arbeit nicht gut fühlst? Können die anderen deine Liebe dann überhaupt noch fühlen, die du über materielle Zuwendung geben willst?

Sie können es nicht. Denn wenn ein Mensch sich in seinem Tun verliert und sich ausgebrannt und leer fühlt, dann hilft das selbst den Menschen nichts, für die er das eigentlich tut. Gerade Männer sind oft mit der Versorger-Idee infiziert und vergessen, das ihr wichtigstes Geschenk an die Liebsten die Liebe ist und nicht das Haus, das Auto, die Lebensversicherung und das Geld.

Was musst du dann noch tun, wenn liebevolle Worte, Blicke und Umarmungen bereits das größte Geschenk sind, das du deinen Mitmenschen machen kannst? Nicht viel. In diesem Freiraum wirst du aber sehr viele Ideen haben, die sich über deine Worte und dein Tun ausdrücken wollen. Ideen, die dich schon bei ihrem Aufkommen begeistern und dich in ein Gefühl von Aufregung und Vorfreude versetzen.

Solche Ideen sind ein sicheres Anzeichen, das  du nicht mehr aus Zwängen heraus handelst, sondern das sich deine liebvolle Seele in all ihrer Fülle ausdrücken möchte. Allerdings ist auch bei solchen ekstatischen Ideen ein gewisses Maß an Achtsamkeit sinnvoll. Für den unerfahrenen Kreativen stellen sich manche schönen Ideen als extrem zeitaufwendig heraus und es entsteht ein scheinbarer Zwang mit der Größe der Idee Schritt zu halten. So kann es geschehen, das du als kreativer Mensch ein Sklave deiner eigenen Ideen wirst, weil du versuchst sie mit deiner menschlichen Kraft in die Tat umzusetzen.

Das ist nicht nötig. Du hast die gesamte Macht deines Geistes zur Verfügung, eine Macht die dieses grenzenlose Universum erschaffen hat, um deine Ideen realisieren zu lassen. Wenn du deine Visionen und Ideen auf der geistigen und emotionalen Ebene einfach genießt, ohne den Zwang sie in die Tat umzusetzen zu müssen, dann bringst du die Macht deines Geistes in Bewegung und du wirst feststellen, das sich deine kreativen Ideen oft von ganz alleine manifestieren, ohne das du irgendetwas dafür tun musstest.

Das ist so, weil genau so Schöpfung geschieht. Aus jeder geistig-energetischen Bewegung wird früher oder später eine Manifestation, die auch mit den physischen Sinnen wahrnehmbar ist. Manchmal ist dabei freudiges Tun involviert, oft geschieht die Verwirklichung auf tieferen Ebenen, unabhängig von unseren Handlungen. Diese Manifestationen geschehen umso schneller, desto liebevoller deine Gedanken sind. Verzögerte Manifestationen sind ein Lern- und Schutzmechanismus, um dich vor der Selbstzerstörung zu bewahren und ihnen gehen immer schmerzhafte Gefühle als Warnung voraus.

Wenn sich das Tun entspannt und gut anfühlt, dann kannst du davon ausgehen, das du alles richtig machst und aus der Freude heraus handelst. Dies sind die Momente des fliessens, nach denen ein jeder kreativer Mensch sich sehnt und die erst dann regelmäßig auftreten, wenn sich der Schaffende in Resonanz mit dem Resultat befindet.

Natürlich werden auch im fortgeschrittenen Lernstadium immer wieder alte Konzepte und Zwänge aufkommen, denen du mit Nachsicht und Liebe begegnest, weil du tief in dir erkannt hast, das du überhaupt nichts tun musst. Auch wenn alle um dich herum in wilder Verbissenheit versuchen sich mehr Geld und mehr Luxus zu erarbeiten, wenn sie heute noch mehr tun um morgen mehr Freizeit und mehr Sicherheit zu haben, dann bist du dir bewusst, das du dich jetzt entspannen kannst und bereits alles hast, was du zu deinem Glück brauchst. Du hast deine Phantasie, deine Intuition, deine kreativen Gedanken und wenn du dein Herz nur ein wenig öffnest, dann hast du auch all die Liebe, die dieses Universum erfüllt.